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Volkswagen
EA 48
Fast 60 Jahre vor dem up! entwickelte Volkswagen
den EA 48. |
Volkswagen EA 48
Seit Dezember 2011 ist der Volkswagen up! auf
dem Markt und demonstriert eindrucksvoll, wie
groß ein Kleinwagen auftrumpfen kann. Zum
Beispiel mit zahlreichen Auszeichnungen –
zuletzt erhielt er von der europäischen Verbraucherschutz
Organisation Euro NCAP fünf Sterne für
sein umfangreiches Sicherheitskonzept und den
Titel „Car of the Year“ bei den „What
Car? Awards 2012“ verliehen.
Damit ist der up! der vorläufige Höhepunkt
einer Tradition, die bei Volkswagen bereits in
den 1950er Jahren ihren Anfang nahm – mit
der Entwicklung eines Prototypen mit dem sachlichen
Namen EA 48.
Der EA 48 überraschte in den 1950er Jahren
mit einem für damalige Verhältnisse
revolutionären Technik-Package – und
war damit seiner Zeit weit voraus. Noch heute
sind viele innovative Details dieses Prototyps
in allen Kompaktklassewagen selbstverständlich.
Der "Entwicklungsauftrag 48" war nicht
nur die erste Wolfsburger Kleinwagenkonstruktion,
sondern auch das erste vollständig in Eigenregie
entwickelte Fahrzeug. Obwohl der Käfer bereits
seinen Siegeszug angetreten hatte, wollte Volkswagen
auch den Markt unterhalb des Bestsellers bedienen:
Die Bedeutung von Klein- und Kleinstwagen wurde
in Deutschland in der ersten Hälfte der 1950er
Jahre immer größer.
Der von Entwicklungsingenieur Heinrich Seibt vorgegebene
Masterplan für den EA 48 liest sich noch
heute zeitgemäß: kompakte Abmessungen
bei höchstmöglichem Nutzwert, vier Sitze,
Frontantrieb. Zudem sollte der kleine Volkswagen
wie sein größerer Bruder hohe Qualität
bieten und sich damit vom Start weg von der angepeilten
Konkurrenz abheben. Gewagt waren diese Vorgaben
zweifellos, stellten sie doch das Gegenteil des
Käfer-Layouts mit Heckmotor und Heckantrieb
dar.
Der kleine Viersitzer trumpfte mit zahlreichen
geradezu revolutionären Details auf. So besaß
er als erster frontgetriebener Kleinwagen überhaupt
ein Schrägheck: ein Gestaltungsmerkmal, das
sich erst in den 1970er Jahren endgültig
durchsetzte und damals die Antwort der Stylisten
auf die Vorgabe war, auf kleinstem Raum maximale
Raumökonomie zu erzielen. Ebenfalls zukunftsweisend:
die selbsttragende Pontonkarosserie und die kleinen
13-Zoll-Räder, die bei Continental speziell
für den Prototyp angefertigt wurden. So entstand
ein kleines Raumwunder, dessen Innenmaße
die der Wettbewerber deutlich übertraf.
Der spätere Volkswagen Transporter-Entwickler
Gustav Mayer gab dem EA 48 eine weitere Innovation
mit auf den Weg: Ihm gelang es erstmals, das platzsparende
McPherson-Prinzip mit Frontantrieb und dessen
Lenkmechanismus zu kombinieren. Heute steckt die
Kombination aus Schraubenfeder, Stoßdämpfer
und Querlenker in nahezu allen Fahrzeugen mit
Frontantrieb.
Beim Motor verließ man sich auf Bewährtes:
Der vorn eingebaute Zweizylinder-Boxer erwies
sich auf den ersten Blick als halbiertes Käfer-Herz.
Seine Leistung wurde in den Testprotokollen als
absolut ausreichend bezeichnet – der relativ
leichtgewichtige EA 48 verfügte über
ein ausgezeichnetes Leistungsgewicht. Die Fahreigenschaften
des kompakten Meilensteins beurteilten die Piloten
bei den internen Testfahrten als sportlich, das
Handling erhielt herausragende Noten.
So sehr der EA 48 seiner Zeit auch voraus war
– er ging nie in Serie. Seine Marktchancen
wurden als zu gering eingeschätzt, zudem
sollten die vorhandenen Produktionskapazitäten
ausschließlich für den auch im Export
immer erfolgreicheren Käfer genutzt werden.
Dennoch: Der EA 48 ist der Erste seiner Art –
und als Meilenstein der Volkswagen Produkthistorie
der Vorläufer aller späteren frontgetriebenen
Volkswagen Kompaktwagen.
Fast 60 Jahre später: Im Gegensatz zum EA
48 ist der up! genau das richtige Auto zur richtigen
Zeit. Seine Technik ist innovativ, sein Raumangebot
verblüfft, sein Design begeistert –
der up! setzt neue Maßstäbe in der
Klasse der Kleinwagen.
Foto: Volkswagen EA 48 |
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