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KIA FCEV-Plattform   KIA FCEV-Plattform

Kia-Debüt: SUV-Plattform mit Brennstoffzellenantrieb. Höchstgeschwindigkeit 170 km/h, Reichweite 600 km.

KIA FCEV-Plattform

Eine neue Kia-Plattform mit Brennstoffzellenantrieb feiert auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt ihre Europa-Premiere. Die FCEV-Plattform („Fuel Cell Electric Vehicle“), die als Basis für einen SUV konzipiert und erstmalig auf der Seoul Motor Show im April präsentiert wurde, markiert einen weiteren Schritt der koreanischen Marke auf dem Weg zu immer umweltfreundlicheren Serienfahrzeugen.

Die 4,60 Meter lange Plattform hat einen Radstand von 2,85 Meter und verspricht eine gute Performance: Sie wird von drei Elektromotoren angetrieben, die ihren Strom aus einer 134 PS (100 kW) starken Brennstoffzelle beziehen. Gespeist wird dieses mobile Kraftwerk aus zwei
Wasserstofftanks mit einem Fülldruck von 700 bar.

Von Kia durchgeführte Computersimulationen ergaben, dass ein SUV wie der Kia Sorento auf dieser Brennstoffzellen-Plattform in nur zehn Sekunden auf 100 km/h beschleunigen könnte und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h sowie eine Reichweite von 600 Kilometer erzielen würde – ohne jeden Schadstoffausstoß.

Das Chassis der neuen Plattform basiert auf einem hochfesten Leichtbau-Leiterrahmen und ist mit folgenden Komponenten ausgerüstet (von vornnach hinten): einem Kühler, einem quer eingebauten Elektromotor, der 134 PS (100 kW) leistet und die Vorderräder antreibt, einer Steuereinheit für das
thermische Management, einem Luftbefeuchter, der zentral angeordneten Brennstoffzelle (mit bipolaren Platten aus Metall), einem Superkondensator, einem System zur Brennstoffaufbereitung, zwei 76 Liter fassenden Wasserstofftanks und in jedem Hinterrad einem Elektromotor mit 27 PS (20
kW) Leistung.

Das Ziel der Entwicklungs-Ingenieure war, der FCEV-Plattform eine ähnlich hervorragende Fahrdynamik zu verleihen wie den regulären Kia-Modellen mit Verbrennungsmotor. Die Brennstoffzelle und die Wasserstofftanks sind bei der neuen Plattform tief im Fahrzeug positioniert. Dadurch liegt der Schwerpunkt ungewöhnlich niedrig, was für einen SUV vorteilhaft ist. Zu einer optimalen Bodenhaftung tragen zusätzlich die ausgewogene Gewichtsverteilung (Vorderachse und Hinterachse je 50 Prozent), der Allradantrieb und breite, groß dimensionierte Reifen auf 18-Zoll-Felgen bei.

Die Brennstoffzelle der FCEV-Plattform wandelt die chemische Energie, die bei der Oxidation von Wasserstoff frei wird, in elektrische Energie um und treibt damit die Elektromotoren des Fahrzeugs an. Vereinfacht dargestellt verbrennt – also oxidiert – bei diesem Prozess der Wasserstoff an einer
Anode. Dabei werden die Elektronen des Wasserstoffatoms von den Protonen getrennt und durch einen Stromkreislauf zur Kathode geleitet, wobei sie elektrische Energie erzeugen – den Strom für die Motoren der Fahrzeugs.

Die Wasserstoff-Protonen dagegen wandern durch einen Elektrolyt zur Kathode. Hier nimmt zugeführter Sauerstoff die Elektronen auf, die dabei mit den Protonen reagieren und zu Wassermolekülen oxidieren. Bei der chemischen Reaktion in einer Brennstoffzelle entstehen also Elektrizität und Wasser (bzw. Wasserdampf), jedoch keinerlei umweltschädlichen Emissionen.

Die neue Brennstoffzellen-Plattform von Kia ist ein extrem effizientes System, das sich nicht nur durch eine hohe Leistung auszeichnet, sondern auch durch eine deutlich vergrößerte Reichweite und die Kaltstart-Möglichkeit selbst bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad. Damit ist dieses neue Brennstoffzellen-Konzept nicht nur ein Fortschritt auf dem Weg zur umweltfreundlichen Motorisierung – es erfüllt in weiten Teilen auch bereits die Anforderungen, die an ein Automobil im Alltag gestellt
werden.
 
 
 
 
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